Was sind sekundäre Pflanzenstoffe?

anonaVon anona 3 Jahren Keine Kommentare

Auch wenn sie ihrem Namen nach zweitrangig erscheinen: Sekundäre Pflanzenstoffe kommen in allen pflanzlichen Lebensmittel vor. Für Pflanze und Mensch übernehmen sie gleichermaßen wichtige Aufgaben. Sekundäre Pflanzenstoffe besitzen unterschiedliche chemische Strukturen. In den Pflanzen erfüllen sie eine Vielzahl von Funktionen. Ihre Bezeichnung dient dazu, sie von den primären Pflanzenstoffen zu unterscheiden: Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße sind als primäre Pflanzenstoffe vorwiegend am Stoffwechsel und Aufbau der Pflanzenzellen beteiligt.

Vorkommen und Aufgaben in den Pflanzen

Als Bestandteil von pflanzlichen Lebensmitteln kommen sekundäre Pflanzenstoffe in Obst, Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten sowie in fermentierten Lebensmitteln wie Sauerkraut vor. Sie sind verantwortlich für die Farbe dieser Lebensmittel. Vor allem dienen sie den Pflanzen als Abwehrstoffe gegen Fressfeinde oder mikrobiellen Angriff und wirken sich positiv auf die Wachstumsregulierung aus. Bislang sind rund 100.000 verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe bekannt, davon kommen schätzungsweise 5.000 bis 10.000 in der menschlichen Nahrung vor. Entsprechend ihrer chemischen Struktur und funktionellen Eigenschaften lassen sie sich in neun Gruppen einteilen: Flavonoide, Phenolsäuren, Carotinoide, Phytoöstrogene, Glucosinolate, Sulfide, Monoterpene, Saponine und Phytosterine. Eine genaue Übersicht bietet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.

Positive Effekte für den Menschen

Auch für den menschlichen Organismus übernehmen sekundäre Pflanzenstoffe vielfältige Funktionen. Durch eine gemischte Kost nimmt der Mensch täglich etwa 1,5 Gramm dieser Stoffe auf. Vegetarier kommen auf einen deutlich höheren Wert. Zwar zählen sekundäre Pflanzenstoffe für den Menschen nicht zu den essentiellen Nährstoffen, sie nehmen jedoch Einfluss auf verschiedene Stoffwechselprozesse. Die Mehrzahl bilden unterschiedliche gesundheitsfördernde Wirkungen aus: Flavonoide senken das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Krankheiten; sie wirken blutdrucksenkend, antioxidativ und entzündungshemmend. Carotinoide vermindern zusätzlich das Risiko für altersbedingte Augenkrankheiten. Einige sekundäre Pflanzenstoffe, wie das in gekeimten Kartoffelknollen vorkommende Solanin, wirken sich dagegen negativ auf den menschlichen Körper aus. Da die wissenschaftliche Datenlage noch unzureichend ist, sind genaue Empfehlungen für den Verzehr von sekundären Pflanzenstoffen schwierig. Generell gilt: Wer viel Obst, Gemüse sowie Nüsse und Vollkornprodukte zu sich nimmt, fördert damit die eigene Gesundheit. Das Schälen der Nahrungsmittel gilt es zu vermeiden, denn gerade in der Schale oder den äußeren Blättern konzentrieren sich die wichtigen Stoffe. Zudem ist es ratsam, sie im Verbund eines Lebensmittels aufzunehmen, da sie isoliert ihre gesundheitsfördernde Wirkung zu verlieren scheinen.

Beitragsfoto: Tim Reckmann / pixelio.de

Kategorie:
  Nährstoff-Lexikon
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